Niemanden zurücklassen

Heute ist im australischen Melbourne die 20. Internationale Aids‐Konferenz zu Ende gegangen. Wissenschaft und Menschenrechte zusammenzuführen – die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Maßnahmen gegen HIV und Aids – war das vorrangige Ziel der Konferenz. Medikamente alleine sind nicht ausreichend.

"20th International AIDS Conference (AIDS 2014), Melbourne, Australia."

Ziel der 20. Aids‐Konferenz in Melbourne: Niemanden zurücklassen …

Kein Satz wurde in Melbourne häufiger zitiert als «Nobody left behind», die Überschrift der Melbourne‐Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV und die am stärksten betroffenen Gruppen, die in den meisten Ländern keine angemessene Prävention erhalten. Dazu gehören Schwule, Transmenschen, Drogenkonsumenten, Sexarbeiter_innen sowie Menschen in Haft.

Knapp 80 Prozent der Menschen mit HIV gaben bei einer Befragung der Deutschen Aids‐Hilfe an, im Jahr vor der Befragung Diskriminierung erfahren zu haben – vom Klatsch und Tratsch über Zurückweisung beim Zahnarztbesuch oder Mobbing bei der Arbeit bis hin zu körperlicher Gewalt. Eine vollständige rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben wird von den Unionsparteien blockiert.

Zudem ist die (potenzielle) Übertragung von HIV in verschiedenen Ländern noch immer strafbar. Durch die Kriminalisierung wird Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung für den Schutz übertragen und die Hauptbotschaft erfolgreicher Prävention geschwächt, nach der jeder Mensch für sich selbst die Verantwortung übernehmen muss. Menschen dazu zu befähigen, ist und bleibt das wichtigste Ziel der HIV‐Prävention.

Gemäss Medienmitteilung der Deutschen Aids‐Hilfe