«Umpolung» mitten in Berlin

In einem offenen Brief hat der Lesben‐ und Schwulenverband Deutschland LSVD die freikirchliche Lukas‐Gemeinde in Berlin das Angebot «Aufbruch Leben» des Vereins Wüstenstrom nicht mehr zu bewerben.

Was auf der Website der Gemeinde harmlos als «Seelsorgekonzept» zur Überwindung von «zentralen Identitäts‐ und Beziehungskonflikten» angeboten wird, ist in Tat und Wahrheit wohl ein Angebot zur «Heilung» und «Umpolung» von homosexuellen Menschen.

So erklärt der LSVD Berlin Brandenburg im offenen Brief:

Der Vorsitzende des Wüstenstrom e.V., Mar­kus Hoffmann, fiel in der Vergangenheit durch Äußerungen auf, in denen er Homosexualität als «Problem» ansieht und Menschen mit seinen Angeboten zu einer «Veränderung» verhelfen möchte. Hierdurch wird Homosexualität fälsch­lich in den Bereich einer Krankheit gerückt und es findet eine pauschale Abwer­tung homosexueller Menschen statt. Wüstenstrom e.V. propagiert in letzter Konsequenz die angebliche Möglichkeit einer «Umpolunq» der sexuellen Identität durch therapeutische Angebote.

zweifel

Die Lukas‐Gemeinde gibt auf ihrer Website die Antwort grad selber: “Da habe ich so meine Zweifel”.

Der LSVD Berlin‐Brandenburg stellt im Brief unmissverständlich fest, sich gegen alle Mass nahmen, die homosexuelle Menschen diskriminieren, zu wehren. Zudem habe auch der Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie unmissverständlich klar gestellt, dass Homosexualität keine Krankheit sei und keiner Therapie bedarf.

Der Verein Wüstenstrom schreibt übrigens auf ihrer Website über das Programm «Aufbruch Leben», dass es bereits seit vielen Jahren in Deutschland, der Schweiz und Österreich von vielen hundert Menschen besucht worden sei.