Wegweisendes Urteil für schwules Paar

Obschon Leihmutterschaft bei uns verboten ist, hat das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen dagegen entschieden – und anerkennt zwei Männer als Eltern eines in Amerika von einer Leihmutter ausgetragenen Kindes.

Das Männerpaar hatte zuvor im Kanton St. Gallen vom Amt für Bürgerrecht und Zivilstand vergeblich um die Anerkennung der kalifornischen Geburtsurkunde gebeten. Gemäss dieser sind sie die Eltern eines Kindes, das mittels künstlicher Befruchtung der Eizelle einer anonymen Spenderin mit dem Sperma eines der beiden Männer gezeugt und von einer Leihmutter ausgetragen wurde.

Daraufhin hat das Departement des Innern des Kantons St. Gallen einem Rekurs der beiden Männern stattgegeben und den Eintrag der Väter im schweizerischen Personenregister angeordnet. Dagegen erhob das Bundesamt für Justiz beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde ein: Der Entscheid wurde aber nicht aufgehoben und die Anerkennung des Männerpaares als Väter bestätigt.

Der Tages-Anzeiger schreibt dazu:

«Das Verwaltungsgericht hat das Urteil aus den USA anerkannt», sagte die Rechtsanwältin des schwulen Paares Karin Hochl auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Damit brauche es weder einen Vaterschaftsanerkennung noch eine Adoption durch den Partner des genetischen Vaters. «Eine Adoption wäre gleichgeschlechtlichen Paaren nach heutiger Rechtslage untersagt», sagte Hochl.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, das Bundesamt für Justiz kann den Entscheid an das Bundesgericht weiterziehen.