Uelis Tipp: «Der Kreis»

Liebe Freunde der BSM. In unregelmässigen Abständen empfehle ich euch einen Film, eine DVD oder ein Buch. Beginnen möchte ich mit dem in Berlin preisgekrönten Film «Der Kreis».

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Szene aus «Der Kreis».

Der Film lief am letzten Mittwoch als Vorpremiere in Bern. Ab 18. September 2014 läuft er in diversen Kinos in Bern, Basel, Aarau, Luzern, Zürich, St. Gallen, usw. Ein absolutes Must, das muss man gesehen haben. Für die Älteren unter uns als Erinnerung, für die Jüngeren zum sehen, wie viel einfacher wir es doch trotz allem heute haben.

Der Kreis› wurde in den Dreissigerjahren in Zürich gegründet, als die erste Schwulenbewegung. Aus ganz Europa kamen übers Wochenende Schwule nach Zürich. Unter der Hand nannte man den Lufthansa‐Flug am Freitagabend von Frankfurt nach Zürich «die Warmlufthansa». In den 30ern geschah natürlich alles im Versteckten.

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Die Geschichte von Röbi Rapp und Ernst Ostertag und des ‹Kreises› wurde aus Kostengründen eine Mischung zwischen Dokumentarfilm, Spielfilm und Erzählungen. Und genau diese Mischung macht den «Film» so speziell und faszinierend. Röbi und Ernst lernten sich in den 50er Jahre im ‹Kreis› kennen und lieben. Die Mutter von Röbi spielt übrigens Marianne Sägebrecht. Ich liebe diese Schauspielerin, auch in diesem Film. Röbi und Ernst konnten sich erst nach ihrer Pensionierung outen, weil Ernst Lehrer war. 46 Jahre lang führten sie ein Doppelleben. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Sie sind schon 58 Jahre zusammen, mussten früher aber getrennt wohnen, um nicht aufzufallen. Sie mussten kämpfen für ihre Liebe und sie kämpften für die Rechte der Schwulen. Röbi und Ernst waren übrigens die ersten Schwulen in der Schweiz, die sich 2003 das Jawort gaben und sich verpartnerten (was für ein Wort). Also diesen Film dürft ihr nicht verpassen und der Film/Doku erhält von mir sechs von sechs Männli.