Trans*Visit: Ein Buch schafft Einblicke in das Leben von transidenten Menschen

Während fast einem Jahrzehnt hat der Schweizer Fotograf Martin Bichsel elf Transmenschen auf der ganzen Welt begleitet. Seine Reisen führten ihn nach Albanien, Griechenland, Russland, Irland, Japan, Tunesien, Spanien, Deutschland sowie in die Türkei, Ukraine und in die Schweiz. Über seine Reise hat er in einem Buch dokumentiert, das nun anfangs Oktober erscheint.

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Die Menschen, welche Martin Bichsel über die Jahre getroffen und deren Lebensgeschichten er notiert hat, stammen aus allen sozialen Schichten, haben verschiedene Glaubensrichtungen und kulturelle Hintergründe. Mit dem Buch überlässt uns der Fotograf glückliche Geschichten, aber auch solche, die von Diskriminierung, Ablehnung und Gewalt erzählen.

So wird die Thematik in jedem Land unterschiedlich gelebt und in jeder Gesellschaft sind Transmenschen von einer anderen politischen, rechtlichen und realen Situation umgeben. Das Portrait des jungen Rikuto aus Osaka zeigt, wie sich in einem Land die Grenzen zwischen den Geschlechtern langsam ästhetisch auflösen und eine ganze Generation junger Menschen eine geschlechtsneutrale Sprache spricht. Doch nicht überall entwickelt sich die Gesellschaft in diese Richtung, noch immer fehlt es an Sensibilität und Verständnis. In einigen Ländern werden Transmenschen nicht akzeptiert, ihnen wird eine Anstellung und somit Einnahmen verwehrt oder sie werden vom Schutz der Polizei ausgeschlossen. So leben sie vielerorts in Geldnot und ständiger Angst, weil sie niemand vor Gewalt und Ausbeutung schützt.

Mit dem Buch «Trans*Visit», einer Mischung aus Reportage und Kunstfotografie, sucht der Autor nicht in erster Linie die Anklage der Gesellschaft. Vielmehr soll das Langzeitprojekt für das Thema sensibilisieren. Es ist eine Momentaufnahme der heutigen Realität von Menschen unter uns und soll zum Nachdenken anregen, Wissenslücken schliessen und nicht zuletzt Transmenschen selbst Mut machen.

Am 20. November findet zum offiziellen Transgender Day of Remembrance im Zentrum Karl der Grosse eine Buchvernissage statt. Und in Bern wird im Progr am 22. November eine Ausstellung zum Projekt «Trans*Visit».