Rechtsberatung für Transmenschen erhält Gleichstellungspreis der Stadt Zürich 2014

TGNS (Transgender Network Switzerland) erhält den mit 20‘000 Franken dotierten Gleichstellungspreis der Stadt Zürich 2014. Ausgezeichnet wird die Rechtsberatung, die ehrenamtlich und gratis Transmenschen bei rechtlichen Problemen unterstützt.

Die TGNS-Rechtsberatungsstelle ist die einzige auf Transrechte spezialisierte Stelle in der Schweiz. «Ich bin Nadine, eine Transfrau und möchte auch im Pass Nadine und eine Frau sein. Wie geht das?» oder «Hallo TGNS, unsere Krankenkasse sagt, mein Sohn dürfe keine Operation machen bevor er 25 ist. Stimmt das? Er hält das nicht mehr sechs Jahre aus!» So lauten Fragen, die an die Rechtsberatungsstelle herangetragen werden. Anfragen rund um die Änderung des Vornamens und des amtlichen Geschlechts machen etwa die Hälfte, die Ablehnung der Krankenversicherer, die Kosten für geschlechtsangleichende Massnahmen zu übernehmen, etwa ein Viertel der Fälle aus. Die TGNS Rechtsberatung beantwortet nicht nur diese typischen Fragen, sondern befasst sich mit Problemen aus sämtlichen Rechtsgebieten. Sie steht neben Transmenschen selbst auch allen anderen, wie etwa Arbeitgebern, Behörden, medizinischem Personal oder Anwältinnen offen.

«Wir leisten individuelle Beratung und suchen gegebenenfalls auch das Gespräch mit den Entscheidungsträgern, um zu erklären und zu vermitteln, um eine für alle tragbare Lösung zu finden, aber auch um wiederkehrende Probleme zu vermeiden» sagt Alecs Recher, Jurist und Leiter der Rechtsberatungsstelle. Nicht selten ist bereits die erste E-Mail-Anfrage gekennzeichnet von Verzweiflung, Sorgen und Angst – Emotionen, die mit Verständnis für die oft schwierige Lebensrealität von Transmenschen aufgefangen werden.

Viele der Anfragenden leben mit kleinem Portemonnaie, sehen sich aber einer Vielzahl von juristischen Fragen gegenüber, die spezialisiertes Wissen brauchen. Da unsere Beratung niederschwellig, kostenlos und persönlich ist, kann sie mit oft vergleichsweise geringem Aufwand den Hilfesuchenden die gleichberechtige Teilnahme am sozialen und beruflichen Leben ermöglichen.

«Wir freuen uns ungemein, den Gleichstellungspreis zu erhalten und danken der Stadt Zürich für ihr grosses Engagement. Der Preis ist eine besondere Würdigung unseres Zieles der vollständigen Gleichstellung und Selbstbestimmung von Transmenschen in der Schweiz», formuliert Henry Hohmann, Präsident von TGNS. Die positive Sichtbarkeit von Transpersonen auch durch diese Auszeichnung soll bewusst machen, wie vielfältig Geschlecht ist – in einer Welt, die nicht nur im Rechtssystem ausschliesslich Frau oder Mann kennt.

Der Preis ist uns aber auch Verpflichtung, die Rechte von Transmenschen weiter zu stärken – sowohl im Einzelfall als auch generell.

Gemäss einer Medienmitteilung