Scheinheilig

Die Freude und die Schlagzeilen überschlagen sich: «Bischöfe sehen ‹positive Aspekte› gleichgeschlechtlicher Liebe» oder «Homosexualität als willkommener Schatz» sind nur zwei Schlagzeilen vom heutigen Tag. Bewegt sich etwa die katholische Kirche?

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In Reih und Glied: Sondersynode in Rom.

Im Moment findet im Vatikan eine Sondersynode statt: Der Papst und seine Kardinäle und Bischöfe tauschen sich gemeinsam über Empfängnisverhütung, Homosexualität, Ehe und Scheidung aus. Gestern nun wurde ein Dokument zum Zwischenstand veröffentlicht. Darin werden zwar positive Aspekte von gleichgeschlechtlichen Beziehungen erwähnt. Dabei gibt es allerdings keine Anzeichen, dass die Kirche ihren Widerstand gegen Schwule und Lesben aufgeben wird – aktive Homosexualität wird weiterhin als Sünde angesehen.

David Berger – katholischer Theologe und Chefredaktor der Zeitschrift ‘Männer’ – kommentiert den Zwischenbericht der Sondersynode in der Huffington Post wie folgt:

Dies ist und bleibt ein falsches, irreführendes Spiel mit Worten, eine Unmenschlichkeit und theologisch gesehen eine Aufforderung zur Sünde: Wenn Gott einen Menschen homosexuell erschaffen, ihm diese Veranlagung als Geschenk mitgegeben hat, wäre es eine Verachtung des Schöpfers, würde der Mensch dieses Geschenk nicht annehmen und es auch nutzen.