Sensationsgier und der Gleichstellungspreis der Stadt Zürich

Gestern hat der Zürcher Stadtrat den städtischen Gleichstellungspreis 2014 feierlich der Rechtsberatung von Transgender Network Switzerland übergeben. Mit der Auszeichnung in der Höhe von 20‘000 Franken würdigt der Stadtrat das einzigartige und professionelle Engagement von TGNS für die rechtliche und soziale Gleichstellung von Transmenschen.

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Strahlende Gesichter: Preisübergabe und Ansprachen.

TGNS setzt sich seit 2010 dafür ein, die soziale und rechtliche Situation von Menschen, die sich nicht dem Geschlecht zugehörig fühlen, dem sie bei Geburt zugeordnet wurden, zu verbessern. Gründer und heutiger Leiter der Beratungsstelle ist Alecs Recher. Der Preis sei eine Anerkennung für die geleistete Arbeit und von grosser Bedeutung für alle Transpersonen.

Wie wichtig die Arbeit von TGNS ist, bewies auf unrühmliche Art und Weise gestern Abend das Schweizer Fernsehen. Da wird beispielsweise von «Frauen gesprochen, die Männer sein wollen». Absolut absurd aber vor allem die Idee der Redaktion von «10 vor 10» den gewonnenen Gleichstellungspreis mit Genital‐OPs in Verbindung zu setzen: Transmenschen bekommen wegen rechtlichen Dingen einen Preis – machen wir doch eine Geschichte über den Aufbau von Geschlechtsorganen …

Diese Art von Berichterstattung hat nichts mit seriösem Journalismus einer Newssendung zu tun, sondern einzig mit Sensationsgier.