Die USA lockern das diskrimierende Blutspende‐Verbot für Schwule

Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen schwule Männer in den USA künftig Blut spenden. Ein Verbot für Männer, die in den vergangenen zwölf Monaten Sex mit anderen Männern hatten, bleibt allerdings bestehen.

Gemäss einer Mitteilung der Behörden sei vor diesem Schritt neue Erkenntnisse über die Gefahren genau geprüft worden. Damit nähern sich die USA Ländern wie Grossbritannien, die bereits 2011 vom lebenslangen Blutspende‐Verbot abwichen. Das Blutspende‐Verbot wurde 1983 zu Beginn der Aids‐Epidemie erlassen.

In der Schweiz dürfen Schwule weiterhin kein Blut spenden – gemäss Ansicht des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte eine unzulässige «indirekte Diskriminierung».

Swissmedic, die Aufsichtsbehörde über das Blutspendewesen, weicht trotz der Erkenntnisse des Europäischen Gerichtshofes weiterhin nicht von der gängigen Praxis ab – die Patientensicherheit sei wichtiger als ein Recht auf Blutspenden. Dadurch würden Schwule und Männer, die Sex mit Männern hätten, auch nicht diskriminiert: Nicht die Homosexualität sei das Ausschlusskriterium, sondern das risikoreiche Sexualverhalten.