Erhöhte Suizidgefahr bei homo‐ und bisexuellen Jugendlichen

Eine Studie der Universität Zürich zeigt: Suizidversuche von Schweizer homo‐ und bisexuellen männlichen Jugendlichen sind fünf Mal häufiger als bei heterosexuellen Teenagern. Auch Depressionsanzeichen fallen signifikant höher aus. Pink Cross ruft zusammen mit der Beratungsplattform für junge Menschen ‹Du bist Du› zum Handeln auf.

An der Studie, die im Juni 2014 veröffentlicht wurde, haben über 5800 junge Männer, die von September 2010 bis November 2011 an der Aushebung in den Rekrutierungszentren Lausanne (VD), Windisch (AG) und Mels (SG) waren, teilgenommen. Damit deckt die Studie 21 von 26 Kantonen ab.

In der Gruppe der Homo‐ und Bisexuellen fanden Suizidversuche fünf mal häufiger statt als bei heterosexuellen Männern. Auch Depressionsanzeichen waren 4.78 mal häufiger anzutreffen. Die Studie bestätigt die erhöhte Suizidgefahr aus einer im 2012 durch die Universität Zürich und den Verein Dialogai veröffentlichten Untersuchung mit Daten aus dem Jahr 2002.

Es braucht nicht nur die direkte Unterstützung von homosexuellen, bisexuellen und trans* Jugendlichen sondern auch die Auseinandersetzung mit den Systemen, in denen Jugendliche sich bewegen. Dafür sind unter anderem fundierte Sensibilisierungsangebote für heterosexuelle Jugendliche und spezifisches Coaching für Fachpersonen, die im Jugendbereich tätig sind, notwendig. Pink Cross und das Beratungsangebot ‹Du bist Du› rufen daher auf, die notwendigen Ressourcen und finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um professionelle Präventionsarbeit durchführen zu können.

Du bist Du› weiss, dass das Coming‐out heutzutage durchschnittlich im Alter zwischen 14 und 17 Jahren stattfindet und somit genau in die Entwicklungsperiode fällt, in der unter Jugendlichen ein höheres Niveau an Bullying feststellbar ist. Dies kann dazu führen, dass Jugendliche im Coming‐out‐Prozess Diskriminierung und Gewalt erleben müssen, welche die psychische Gesundheit sowie den Entwicklungsprozess negativ beeinträchtigen können. Aber auch Ablehnung durch die Familie und negative Reaktionen oder fehlender Support von anderen Bezugspersonen wie Lehrpersonen und Sozialarbeitende, können einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass homosexuelle, bisexuelle und trans* Jugendliche ihre zusätzlichen Herausforderungen im Identitätsentwicklungsprozess nicht positiv bewältigen können und somit die Gefahr besteht, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit des Suizidrisikos erhöht werden kann.

Gemäss einer Medienmitteilung