Gründerin des Projekts «Kinder 404» verurteilt

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Ein russisches Gericht hat Elena Klimowa, Journalistin und Gründerin des Projekts ‹Kinder 404›, wegen «Propaganda für Homosexualität unter Minderjährigen» zu einer Geldbusse von rund 700 Franken verurteilt.

Das Projekt ‹Kinder 404› hatte Elena Klimowa im März 2013 gegründet, nachdem sie für einen Zeitungsartikel über die Situation von LGBT-Jugendlichen in Russland recherchierte. Schwule, lesbische und trans* Jugendliche schildern online auf einer Website und auf Facebook ihre positiven und negativen Erlebnisse – die einzige Möglichkeit offen über sich zu sprechen und Ratschläge zu bekommen. Ein Verbot des Projekts wäre für die Jugendlichen eine Katastrophe …

Straight Alliance for LGBT-Rights St. Petersburg› schrieb vor einem Jahr in einer Medienmitteilung zur Situation von LGBT-Jugendlichen in Russland:

LGBT-Jugendliche sind in Russland per Gesetz als «sozial minderwertig» eingestuft. Jede Unterstützung ist gesetzeswidrig, man darf ihnen nicht die Wahrheit darüber sagen, dass sie normal sind. … Gegen die LGBT-Jugendlichen wird durch den Staat zielgerichtet eine Hetzkampagne begonnen, welche ihr Leben bedroht und Kinder in den Selbstmord nötigt.

Gemäss Elena Klimowa hat mindestens jeder dritte LGBT-Jugendliche in Russland schon über Selbstmord nachgedacht, jeder fünfte hat es mindestens einmal versucht. Als Gründe werden von den Jugendlichen Homophobie, physische und psychische Gewalt (darunter auch erzwungenes Outing) durch Eltern und Bekannte genannt – aber auch grosse Einsamkeit – sie haben niemanden, mit dem sie über sich sprechen und dem sie vertrauen können.