Gedenkfeier für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 2015 wird der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Anlass ist der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden aus diesem Grund zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ein. Über 200 Gäste haben ihr Teilnahme an der Gedenkfeier angekündigt, darunter Hinterbliebene von Opfern des Nationalsozialismus.

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Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Die Nationalsozialisten hielten Homosexualität für eine «widernatürliche Veranlagung», für eine den so genannten «Volkskörper» schädigende «Seuche», die «auszurotten» sei. Schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde damit begonnen, die erste deutsche Homosexuellenbewegung vollständig zu zerschlagen: schwule und lesbische Lokale, Vereine, Verlage sowie Zeitschriften wurden verboten. Im Herbst 1934 setzte die systematische Verfolgung homosexueller Männer ein. Über 100’000 Männer wurden polizeilich erfasst und rund 50’000 nach den Paragrafen 175 und 175a verurteilt. Etwa 10’000 schwule Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Die Mehrheit überlebte diese Qualen nicht.

Die Verfolgung von Homosexuellen wurde auch nach 1945 in Deutschland bruchlos fortgesetzt. In der Bundesrepublik wurde bis 1969 die nationalsozialistische Fassung der Paragrafen 175, 175a weiter angewandt und zerstörte das Leben unzähliger Menschen. Allein über 50’000 Männer wurden wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilt. Sie kamen ins Gefängnis, sie verloren ihren Beruf – ihre gesamte bürgerliche Existenz wurde zerstört. Der LSVD fordert die Bundesregierung auf, die Opfer der menschenrechtswidrigen Strafverfolgung endlich zu rehabilitieren und zu entschädigen. Diese Urteile aufzuheben und wenigstens die Würde dieser Menschen wieder herzustellen.

Gemäss einer Medienmitteilung