Bischof von Chur: Bibel sieht Todesstrafe vor

«Ehe und Familie – gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück» lautet das Motto eines Kongresses des ‹Forums Deutscher Katholiken› im deutschen Fulda. Und da übertraf sich Bischof Vitus Huonder aus Chur selbst!

Vitus Hunonder

Bischof von Chur lächelnd: Bibel sieht für Homosexualität Todesstrafe vor! Foto: Bistum-Chur.ch

Der Kongress fiel bereits im letzten Jahr durch homophobe Äusserungen auf. Die Rednerliste liessen aber für dieses Jahr noch schlimmeres befürchten. Und so sei es: Vitus Huonder, Bischof von Chur, verpackte sein Referat geschickt entlang von Bibelstellen, um einerseits deutlich zu werden aber andererseits juristisch nicht angreifbar.

Wir erinnern uns: Als Bischof Huonder im vergangenen März in einer Predigt mit einer Bibelstelle aus dem alten Testament gegen die Öffnung der Ehe hetzte und Homosexualität als «Gräuel» bezeichnete, war die Empörung gross. Unbeeindruckt davon zitierte er nun in Fulda die Langfassung des Zitats:

Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.

Die Bibel stelle hier gemäss Huonder die «göttliche Ordnung» dar. Die zitierte Stelle würde «genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben». Zudem gebe es «keine Vielfalt beim Modell von Ehe und Familie». Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Ehe sei ein «Angriff auf die Schöpfung». Für sein Referat erhielt der Gottesmann grossen Applaus von den rund 1000 Teilnehmenden des Kongresses …

Ob sich die katholische Kirche in der Schweiz bereits für den Abstimmungskampf vorbereitet? Immerhin wird die Rechtskommission des Ständerates anfangs September darüber entscheiden, ob wir auch in unserem Land – wie in Irland – ein deutliches JA für die Öffnung der Ehe in die Urne legen können. Es ist nämlich höchste Zeit – liebe Hinterwäldler – dass wir gleichgeschlechtlich Liebenden ausnahmslos die gleichen Rechte wie Heterosexuelle erhalten.